Auf der Anwohner­in­for­ma­tionsver­anstal­tung am ver­gan­genen Don­ner­stag im mit ca. 60 Per­so­n­en gut gefüll­ten großen Sitzungssaal des Lem­go­er Rathaus­es wurde rege, doch beson­nen disku­tiert, nach­dem die Lei­t­erin der Lem­go­er Stadt­pla­nung Berit Weber, unser Land­schaft­s­plan­er Har­ald Böhm, unser Inge­nieur Har­ald Zim­mer­mann, der Geräuschgutachter Man­fred Rahm sowie die Geruchsgutach­terin Sabine Bart kurz vor­ge­tra­gen hat­ten. Aus unser­er Sicht ist die Ver­anstal­tung erfol­gre­ich ver­laufen, und wir gehen davon aus, dass alle offe­nen Fra­gen gek­lärt wer­den kon­nten.

Die bei­den am inten­sivsten disku­tierten Kom­plexe waren die Geräus­che­mis­sion und die Geruch­se­mis­sion, die durch die Anlage zu erwarten sind. Hier eine kurze Zusam­men­fas­sung, wieso die Anlage in bei­den Bere­ichen als genehmi­gungs­fähig begutachtet wurde:

Wie Herr Rahm aus­führte, kom­men zu den ca. 25.000 Fahrzeug­be­we­gun­gen, die im Schnitt auf der Her­forder Straße täglich stat­tfind­en, inner­halb der etwa zwei­wöchi­gen Ernte ca. 45 land­wirtschaftliche Schlep­per pro Tag hinzu (plus weit­ere auf der Wit­tighöfer Straße). Selb­st wenn man davon aus­ge­ht, daß die Schlep­per genau so laut sind wie LKW (was sie nicht sind), wer­den in dB (A) aus­ge­drückt die Geräus­che­mis­sion­swerte der Straße durch den Liefer­verkehr nicht erhöht, nicht ein­mal um eine Stelle hin­ter dem Kom­ma. In der kurzen Ern­te­pe­ri­ode ist bloß etwa jedes fünfhun­dert­ste Fahrzeug, das die Her­forder Straße befährt, ein Schlep­per mit Gär­sub­strat für unsere Anlage. Zwis­chen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr find­et kein Liefer­verkehr statt.

Der Betrieb der Anlage abseits des Ernte-Liefer­verkehrs verur­sacht Geräusch­pegel, die durch­weg weit mehr als 10 dB (A)  unter­halb der gel­tenden Gren­zw­erte für den Außen­bere­ich liegen, und das für alle sechs Meßpunk­te an Häusern rund um die Anlage. Zur Erläuterung: 10 dB (A) Unter­schied wer­den etwa als eine Ver­dopplung der Laut­stärke gehört. Das heißt, das die von der Bio­gasan­lage verur­sacht­en Geräusche weit weniger als halb so laut sind wie zuläs­sig.

Frau Barth hat zuun­gun­sten der Bio­gasan­lage in ihrem Geruchsgutacht­en das Raster von den vorgeschriebe­nen 250 mal 250 m auf 50 mal 50 m verklein­ert. Trotz­dem ist in dem der Anlage am näch­sten liegen­den Quad­ran­ten an einem anliegen­den Haus im Gewer­bege­bi­et auf der gegenüber­liegen­den Straßen­seite nur in max­i­mal 12% aller Stun­den des Jahres mit ein­er Geruch­swahrnehmung zu rech­nen (wobei bei 6 min Wahrnehmung  eines noch so schwachen Geruchs pro Stunde die Stunde als ganze Stunde gezählt wird). Der Gren­zw­ert für den Außen­bere­ich liegt jedoch höher, näm­lich bei 15%. Die Häuser nördlich der Her­forder Straße liegen alle unter 4,5% und somit erhe­blich unter dem Gren­zw­ert von 15%.

Die näch­sten Sitzun­gen des Bauauss­chuss­es find­et am 7. Sep­tem­ber statt, die übernäch­ste am 26. Okto­ber. Da die Aus­lage­frist am 27.8. endet, beste­ht the­o­retisch die Möglichkeit, daß, falls allen Ein­wän­den schnell genug Abhil­fe geschaf­fen wer­den kann, der zur Bau­genehmi­gung erforder­liche Satzungs­beschluß bere­its auf der Sep­tem­ber-Sitzung gefaßt wird.

Img_0492

V. l. n. r.: Sabine Bart, Pro­tokol­lan­tin, Man­fred RahmBerit Weber, Mod­er­a­tor Rein­hard Drees, Volk­er Klasen. (FF)

One Response to Bericht von der Anwohnerversammlung

  1. Loverboy sagt:

    Volk­er so chick im weißen Hemd… Wow!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.