29.10.2010

Bauern­ver­band will Rest­stoff­bonus

Born für deutliche Korrekturen an der Biogasförderung

Berlin — Deut­liche Kor­rek­turen an der Bio­gas­förderung erwartet der Gen­er­alsekretär des Deutschen Bauern­ver­ban­des, Dr. Hel­mut Born, von der anste­hen­den Nov­el­le des Erneuer­bare-Energien-Geset­zes.
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Dr. Hel­mut Born (Foto: Werk­bild)

Ziel müsse es sein, die derzeit­ige Über­förderung zu beseit­i­gen, ohne dabei das Stand­bein der Energieerzeu­gung für die Land­wirtschaft zu gefährden, sagte Born gegenüber Jour­nal­is­ten in Berlin. Sein­er Ein­schätzung nach wird die Bioen­ergie auch bei reduziert­er Sub­ven­tion­ierung für die Land­wirtschaft ein lukra­tives Betä­ti­gungs­feld bleiben, “wenn wir die richti­gen Rah­menbe­din­gun­gen set­zen”. Gle­ichzeit­ig seien die Verz­er­run­gen, die sich infolge der gegen­wär­ti­gen Förderung etwa auf den Pacht­märk­ten zeigten, nicht länger hin­nehm­bar.

Im Einzel­nen plädiert der DBV-Gen­er­alsekretär für eine kräftige Degres­sion bei den Ein­spei­sev­ergü­tun­gen sowie eine grundle­gende Neugestal­tung und Durch­forstung der Boni für die Bio­gaserzeu­gung. Entschei­dende Bedeu­tung misst Born dabei einem Rest­stoff­bonus bei, der kün­ftig unab­hängig vom Bonus für nachwach­sende Rohstoffe (Nawaro-Bonus) gewährt wer­den müsse.

Nawaro-Bonus nicht abschaf­fen  

Auf diese Weise, hofft Born, kön­nten in Zukun­ft bis zu 50 Prozent der in Deutsch­land anfal­l­en­den Gülle in Bio­gasan­la­gen ver­w­ertet wer­den. “Wir müssen die Voraus­set­zun­gen schaf­fen, um die all­seits geforderte Kaskaden­nutzung auch tat­säch­lich zu erre­ichen”, betonte der Gen­er­alsekretär. Sein­er Auf­fas­sung nach sollte der Nawaro-Bonus nicht abgeschafft, son­dern lediglich reduziert wer­den. Andern­falls sehe er die Gefahr, dass die Bio­gasan­la­gen zu reinen Abfal­lver­w­er­tungsstellen umgenutzt wer­den. Gle­ichzeit­ig müsse es darum gehen, die Bio­gaserzeu­gung in dezen­tralen Anla­gen zu hal­ten.

Aus­bau der Bioen­ergie mach­bar 

Born bekräftigte die Ein­schätzung des DBV, dass der Anteil der Bio­masse am Enden­ergiebe­darf in Deutsch­land von derzeit rund sieben Prozent bis 2020 auf 14 Prozent steigen kann. Für 2030 hält er einen Anstieg auf 20 Prozent für mach­bar. Dem liege die Annahme zugrunde, dass der Umfang der Ack­er­flächen, die bis 2020 für die Pro­duk­tion von Bio­gas, Biokraft­stof­fen und die Wärmeerzeu­gung genutzt wür­den, von derzeit 2,4 Mil­lio­nen Hek­tar auf drei Mil­lio­nen Hek­tar aus­gedehnt wer­den kön­nten. Hinzu komme die Ver­w­er­tung von land­wirtschaftlichen Neben­pro­duk­ten wie etwa Gülle sowie von Restholz.

Real­is­tis­che Ziele des Energiekonzepts

Damit seien die Zielvor­gaben im Energiekonzept der Bun­desregierung hin­sichtlich der Bio­masse sehr wohl zu erfüllen. Dies hänge allerd­ings davon ab, welche Fortschritte in der Pflanzen­züch­tung, in der Anbautech­nik oder auch in der Kon­ver­sion etwa von zel­lu­lose­halti­gen Pflanzen­teilen gemacht wür­den, gab Born zu bedenken. (AgE)

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