19.11.2010

Nieder­sach­sen führend in Bio­gastech­nolo­gie

Biogas: Das EEG muss entrümpelt werden

Han­nover — Die von Nieder­sach­sens Umwelt­min­is­ter Hans-Hein­rich Sander (FDP) geäußerten Absicht­en, die Förderung von neuen Bio­gasan­la­gen drastisch zu kürzen, ist bei Nieder­sach­sens Land­wirten auf ein sehr geteiltes Echo gestoßen.
Biogas7.jpg Biogas
(Foto: Rein­er Wellmann/Fotolia)

Die Nieder­säch­sis­che Land­wirtschaft ist in der Lage, einen nach­halti­gen Beitrag zur Erre­ichung der Ziele im Energiekonzept der Bun­desregierung im Hin­blick auf die Bio­masse zu leis­ten”, sagt Her­mann Grupe, Vor­sitzen­der im Land­volk-Auss­chuss für erneuer­bare Energien.

Die Bio­gaserzeu­gung könne auch in Zukun­ft ein sta­bil­isieren­der Fak­tor für die Einkom­menssicherung der land­wirtschaftlichen Betriebe in schwank­enden Märk­ten sein und einen bedeu­ten­den Beitrag zur Wertschöp­fung im ländlichen Raum leis­ten.

Wo liegen die Prob­leme? 

Er sieht aber auch die Prob­leme bei der Bio­gaserzeu­gung: “In eini­gen Regio­nen Nieder­sach­sens, ins­beson­dere in den nord­deutschen Vere­delungsre­gio­nen, ist es zu ein­er deut­lichen Ausweitung des Maisan­baus zur Bio­gaspro­duk­tion gekom­men”, sagt Grupe. Die Ursache sieht er in der Kom­bi­na­tion­s­möglichkeit von Gülle­bonus und dem Bonus für Nachwach­sende Rohstoffe (NaWaRo).

Anstieg der Pacht­preise

Außer­dem sei es erlaubt, jedes Satel­liten-Block­heizkraftwerk (BHKW) als eigen­ständi­ge Anlage zu definieren und damit die im Erneuer­bare Energien­ge­setz (EEG) vorge­se­hene Größen­de­gres­sion zu umge­hen. Das habe in vie­len Fällen zu der jet­zt beklagten “Über­förderung” geführt. “In der Folge ist es zu drastis­chen Über­hitzun­gen bei den Pacht­preisen und damit auch zu Kon­flik­ten mit anderen Betrieb­szweigen wie der Milchviehhal­tung gekom­men”, beschreibt Grupe die Sit­u­a­tion.

EEG muss entrüm­pelt wer­den”

Ein völ­liges Umschwenken bei der Förderung von Bio­gasan­la­gen hält er jedoch nicht für nötig. “Es wäre völ­lig falsch, wenn die Poli­tik jet­zt das Kind mit dem Bade auss­chüt­ten würde”, warnt der Land­wirt. Mit ein­er Kehrtwende, wie vor eini­gen Jahren bei den Reinkraft­stof­fen, würde die Chance ein­er sehr effizien­ten Pro­duk­tion regen­er­a­tiv­er Energien durch Bio­gas ver­baut. Das EEG müsse allerd­ings entrüm­pelt und das Vergü­tungssys­tem stark vere­in­facht wer­den.

Über­förderung ver­mei­den 

Grupe fordert, die Möglichkeit­en, den NaWaRo-Bonus durch eine Verquick­ung mit anderen Boni zu erhöhen, zu beschnei­den, um eine Über­förderung zu ver­mei­den. Daneben macht er sich für eine eigene Regelung für eine sin­nvolle Mehrfach­nutzung von Gülle und anderen Rest­stof­fen stark. Ger­ade in Milchviehre­gio­nen biete Bio­gas die Chance, in Verbindung mit ein­er effizien­ten regen­er­a­tiv­en Energiepro­duk­tion eine Reduzierung kli­mawirk­samer Methanaus­ga­sun­gen zu erre­ichen. Und schließlich regt er die geson­derte Förderung von Wärmenet­zen an, beispiel­sweise im Mark­tan­reizpro­gramm. (lpd)

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