Politik gibt grünes Licht für Projekt in Lieme – Anwohner wollen weiter kämpfen

Lemgo-Lieme (bas). Einstimmig hat der Stadtentwicklungsausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend die Pläne einer Biogasanlage in Lieme durchgewunken. Doch in trockenen Tüchern scheint das 2,5-Millionen-Euro-Projekt dennoch nicht zu sein. Die betroffenen Anwohner bereiten sich auf mögliche Gerichtsklagen vor.

„Wir gehen dagegen bis zum Schluss weiter vor“, erklärte Dag Plöger auf Anfrage der LZ. Er wohnt mit seiner Frau kaum 50 Meter von der geplanten Anlage an der Ostwestfalenstraße entfernt und hat sich gemeinsam mit vier weiteren Anliegern bereits anwaltlichen Beistand besorgt.

Die Einwände, die jüngst von dieser Gruppe und weiteren Anliegern im Rahmen einer öffentlichen Beteiligung vorgebracht worden sind, haben Politik und Verwaltung indes offenbar nicht überzeugen können. „Die Stellungnahmen der Anlieger haben sich nicht wesentlich von denen unterschieden, die bereits bei der frühzeitigen Bürgerbeteiligung vorgebracht worden sind“, erklärte Lemgos Planungsamtsleiterin Berit Weber. So sei erneut das Geruchsgutachten bezweifelt worden. „Einige Anwohner fordern eine Vor-Ort-Messung der Winddaten. Für eine repräsentative Aussage müsste dann aber zunächst zehn Jahre lang gemessen werden – das ist unverhältnismäßig“, betonte Weber. Diese Auffassung teilen die Politiker, die nun auch im Rat im Dezember grünes Licht geben dürften.

Ob die Initiatoren der Biogas-Anlage – vier Landwirte aus Lieme und Leese – anschließend direkt mit dem konkreten Bauantrag fortfahren können, ist fraglich. Laut Dag Plöger scheut die Anwohner-Gemeinschaft aufgrund der aus ihrer Sicht widersprüchlichen Gutachten nicht vor einem Gang vor das Verwaltungsgericht zurück.

Quelle: lz-online.de

 

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