In der aktuellen Aus­gabe der ZEIT (nur Print) ste­ht ein inter­es­san­ter Artikel, über­schrieben “Kommt die Atom­kraft zurück?”. Neben zahlre­ichen Ver­säum­nis­sen der Poli­tik in ver­schiede­nen rel­e­van­ten Bere­ichen (kein Gesetz zur CO2-Lagerung, kein Gesetz zum Steuers­paren bei Sanierung von ver­mi­eteten Häusern durch die Eigen­tümer, kein Geld für Kli­ma- und Energie­fonds, der Wirtschaftsmin­is­ter kämpft gegen Brüs­sel­er Richtlin­ien zur Energieef­fizienz und so weit­er), so analysiert Fritz Vorholz, sei der Aus­bau der Strom­net­ze der Eng­paß bei der großen Wende.

Das Nabeg, ein Gesetz, das den Net­zaus­bau beschle­u­ni­gen soll, gelte nicht für Vorhaben, die schon im alten Energieleitungs­bauge­setz aufge­führt sind, und von den dort verze­ich­neten 850 km drin­gend benötigten Leitun­gen seien erst 100 km gebaut:

Vielerorts protestieren Bürg­er, oder Bürokrat­en kön­nen sich nicht eini­gen”

Der Net­z­be­treiber Ten­neT etwa liege vor dem Bun­desver­wal­tungs­gericht mit der zuständi­gen Lan­des­be­hörde im Clinch, weil diese das Plan­fest­stel­lungsver­fahren für die 60 km lange Leitung von Gan­derke­see nach Sankt Hülfe nicht eröffne. Wenn dies so weit­erge­he, könne nicht aus­geschlossen wer­den, daß man am Ende doch noch wieder zur Atom­en­ergie zurück­kehrt. Sylvia Kot­ting-Uhl, die atom­poli­tis­che Sprecherin der grü­nen Bun­destags­frak­tion:

Spätestens dann, wenn in zehn Jahren sechs der neun heute noch aktiv­en Meil­er gle­ichzeit­ig vom Netz gehen sollen — gäbe es dann nur noch die Wahl, Atom­strom zu importieren oder ihn selb­st weit­er zu machen, könne die Laufzeitver­längerung sog­ar zu ein­er “moralis­chen Frage” wer­den.”

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