Rund 23.000 Menschen waren es nach Veranstalterangaben, die am vorvergangenen Wochenende in Berlin unter dem Motto „Wir haben es satt – Bauernhöfe statt Agrarindustrie!“ anläßlich des Agrarministergipfels für eine Neuausrichtung der Agrarpolitik demonstriert haben. Die Demonstranten werfen der Bundesregierung vor, sich bei der Reform der EU-Agrarpolitik nurmehr als „Steigbügelhalter für die Agrarindustrie“ zu betätigen, statt die „Forderungen der Zivilgesellschaft“ durchzusetzen. Agrarzahlungen sollten grundsätzlich an ökologische, soziale und Tierschutzkriterien gekoppelt sowie für Großbetriebe gedeckelt werden. Die Zivilgesellschaft sei „gegen Lebensmittelskandale, Gentechnik im Essen und Tierquälerei in Megaställen“. Warum nicht einfach alle ökologischen, gesundheitlichen, sozialen und tierschützerischen Punkte einzeln angehen? Warum nicht einfach verbieten oder verteuern, was man als falsch erkannt hat und gezielt belohnen und bezuschussen, was man als gut erkannt hat? Die Demonstranten eint ein grundsätzlicher Zweifel an der Reformierbarkeit der konventionellen Landwirtschaft, die dies als unzureichend erscheinen lassen.

Im Artikel Konventionelle Landwirtschaft in der Defensive – Korrekturen im Detail oder Systemwechsel? argumentiert Fritz Feger [agroblogger.de] für eine Doppelstrategie, der gemäß bio- und extensive Wirtschaftsweisen gefördert, industriellen jedoch lediglich problemspezifische Grenzen gesetzt werden, statt dem Massensegment einen ernährungs- und klimapolitisch fragwürdigen Systemwechsel abzuverlangen. // Artikel auf agroblogger.de lesen →